Die Idee ein, eigenes Lager zu gründen kam von einem mittlerweile guten Freund unserer Gruppe, welcher damals bereits ein eigenes Lager hatte. Getroffen haben wir ihn bei Burg Hornstein im Jahr 2007. Von da an waren wir Besucher bei ihm im Lager. Als diese Veranstaltung ein paar Jahre später leider nichtmehr stattfand, beschloßen wir mit seiner Gruppe ein privates kleines Lager zu veranstallten, zu welchem wir bereits ein eigenes Zelt usw. haben wollten. Das war 2010. Geklappt hat das mit dem eigenen Lager noch nicht, es blieb bei einem modernen Zelt. Dennoch hatten wir sehr viel Spaß.
Unser erstes "richtiges" Lager war Radolfzell 2010. Direkt am Bodenseeufer. Zu zweit...
Damals waren wir erst mit nur einem Zelt unterwegs und hatten auch keine genaue historische Orientierung. Irgendwas mittelalterliches halt.
Mit der Zeit kamen genauere Vorstellungen, wer was machen wollte.
Jürgen, mein Vater, war der erste mit einem "geschichtlichen Vorbild".
Dieses Vorbild ist ein Adliger des 14./15. Jahrhunderts, welcher in unserer Gegend Land besaß. Unter anderem den namensgebenden Hatzenturm, welcher auch stilisiert auf unserem Wappen und unserer Flagge zu sehen ist.
Die Rede ist von einem "Eberhard von Königsegg". Aufgrund des Namensrechtes nennt er sich bisher nur "Eberhard zu Hatzenturm".
Ich, sein Sohn, sollte konsequenterweise auch in diesem Zeitraum anzusiedeln sein, aber nein. Ich habe mich relativ bald auf eine andere Rolle festgelegt, wenn auch nicht mit einer speziellen Person als Vorbild.
Ich bin (oder strebe es an) ein dänischer Wikinger des frühen 9. Jahrhunderts. Aus Jütland bzw. Haithabu. Aber dass ich kein Ritter des Hochmittelalters bin, sollte man relativ schnell sehen, wenn man uns besucht.
Eigentlich möchte ich keinen allzu reichen Wikinger darstellen, da man davon sowieso zu viele sieht. Ansonsten habe ich keine genaueren Vorstellungen was ich bin.
Das ist eine durchaus eigenartige Mischung. Aber wenn man keinen Spass an dem Charakter hat, den man darstellt, ist damit keinem geholfen. Genau das ist auch uns bei Lagern das Wichtigste. Und wer sich daran stört, dass ein Heide und ein Deutschordensritter, getrennt durch ein halbes Jahrtausend zusammen trinken, hat Pech gehabt :)
Unser theoretisch drittes Mitglied ist Roland. "Theoretisch" deswegen, weil er selten bei Lagern dabei ist, also keineswegs böse gemeint. Für gewöhnlich hat er keine große Lust auf "Indianer spielen".
Jonathan, ein späteres neues Mitglied, was er damals aber nicht wusste, traffen wir 2012 bei der Veranstaltung "Gitz 1380" am Gitzenweiler Hof bei Lindau. Als Touri!
Angesteckt haben wir ihn mit dem Mittelalterwahn, wenn man so will, als wir ihn in ein Kettenhemd steckten. Am nächsten Jahr war er quasi schon ein Mitglied der Gruppe. Das Jahr darauf, 2014, war er endgültig fester Bestadteil unserer Truppe. Auch er, anfangs noch ohne genaue Vorstellung, hat sich langsam zum Wikinger entwickelt. Muss wohl ansteckend sein. Seit dem ist er bei jedem Lager dabei, auf dass er kommen kann. Das Problem dass er nämlich hat, ist dass er nicht in der Umgebung wohnt wie die anderen Grupenmitglieder.
Und da er für sein Alter, das viele erstaunt wenn sie es hören, handwerklich sehr begabt ist, ist er unser Schmied.